Literatur #29: Ankunft im Alltag (Brigitte Reimann)

May 20, 2023 · 1h 02m

Wohlstand für Alle Brigitte Reimann setzte mit ihrem Roman „Ankunft im Alltag“ den Grundstein für eine neue DDR-Literatur, die man später Ankunftsliteratur nennen wird. Romane und Theaterstücke dieser kurzen Ära handelten von der Ankunft im Sozialismus. Ankommen musste man sowohl im ideologischen Sinne wie auch in materieller Hinsicht, denn nun wurde sozialistisch produziert – genau das sollte zum präferierten Sujet werden. Die Texte der frühen 1960er-Jahre handeln oft von Individuen, die in Kombinaten arbeiten und dort mit den Mühen der Ebene konfrontiert sind, zugleich gibt es zwischenmenschliche Konflikte auszuhandeln. Dies findet sich geradezu beispielhaft in „Ankunft im Alltag“ wieder: Recha, Curt und Nikolaus kommen im Kombinat Schwarze Pumpe an und müssen sich in den kräftezehrenden Arbeitsalltag einfügen, zugleich entstehen Spannungen zwischen ihnen, die nicht zuletzt weltanschaulicher Natur sind. Reimanns Roman wandelt dabei auf dem sogenannten Bitterfelder Weg, der vorsah, dass sich Künstler und Arbeiter miteinander vereinen bzw. die Rollen tauschen können. Arbeiter sollen Schriftsteller, Schriftsteller Arbeiter werden. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in…

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