Ep. 265: Die Karriere – und wieso sie immer seltener wird

Sep 4, 2024 · 32m

Wohlstand für Alle „Karriere, so heißt der Weg zum Ziel/Karriere ist ein Gesellschaftsspiel/Karriere, das Wort hat falschen Klang/Karriere heißt manchmal Untergang“, heißt es etwas ungelenk in einem der schwächeren Lieder von Schlagerikone Daliah Lavi. Der Song aus dem Jahr 1971 stammt aus einer Zeit, als im Westen nicht nur die Aufstiegschancen sich deutlich verbesserten und mit den neuen Universitäten auch ein Bildungsversprechen wahr wurde. Generell gab es das, was Ulrich Beck später als „Fahrstuhleffekt“ beschrieben hat: Der Wohlstand wuchs in allen Schichten moderat an. Bis heute ist der Wunsch, Karriere zu machen, fest in der Gesellschaft verankert und immer wieder sprechen sich konservative und auch linke Politiker für mehr Chancengleichheit aus. Blickt man jedoch in die Geschichte, stellt sich schnell heraus, dass das Karrierekonzept ein recht junges ist. In den Jahrhunderten, bevor der Kapitalismus seinen Siegeszug antrat, war diese Form der individuellen Selbstverwirklichung nicht vorgesehen. So entschieden beispielsweise die Zünfte über die Aufnahme von Mitgliedern selten mit meritokratischen Maßstäben. Mehr zum Thema Karriere von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in de…

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