Ep. 335: Der Sozialstaat – wie Bismarck (angeblich) die Arbeiter beglückte
Der Sozialstaat wird heute von links verteidigt, während Konservative und Rechte ihn bekämpfen. Das leuchtet intuitiv ein, ausgeblendet wird dabei die Historie: Mit Zuckerbrot und Peitsche kämpfte Reichskanzler Otto von Bismarck mit Kaiser Wilhelm I. gegen die Sozialisten. Zum einen ging die Regierung repressiv gegen die Arbeiterklasse und ihre Vertreter vor, zum anderen führte man in den 1880er-Jahren verschiedene Absicherungen für die arbeitende Klasse ein. Dies war nicht einfach eine Wohltat der Reichen und Mächtigen für die Arbeiter, sondern dahinter steckte eine kluge Strategie, die bis heute aufgeht: Die Arbeiter erzog man somit zur Staatsloyalität – und indem man Versicherungen einführte, deren Kosten vermeintlich von Arbeitnehmern und Arbeitgebern geteilt werden, zelebrierte man einen Klassenfrieden (auch Sozialpartnerschaft genannt), der die Radikalität der Sozialisten zähmte und später die SPD immer wieder dazu trieb, die arbeitende Klasse zu verraten.Der Sozialstaat rettete den Kapitalismus. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“. Literatur/Quellen: Renate Dillmann/Arian Schiffer-Nasserie: Der soziale Staat. Über nütz…
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