#279 - Der deutsche Staat hat mein Kind entführt (Maja T.’s Vater)
Polizei-Hundertschaften, Hubschrauber, abgesperrte Straßen. Als Wolfram Jarosch auf seinem Hometrainer stand, ahnte er nicht, dass sein Kind nur wenige Wochen später in einer fast paramilitärisch anmutenden Aktion außer Landes gebracht werden würde. Die Beamten, die damals an seine Tür hämmerten durchsuchten die Meldeadresse von Maja T. nur kurz bevor in Berlin die Handschellen klickten. Der Vorwurf: die 23-Jährige Person soll bei einem jährlich stattfindenden Aufmarsch von Neo-Nazis anlässlich des “Tag der Ehre” in Budapest an gewalttätigen Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextreme beteiligt gewesen sein. Im Gespräch mit mir klagt Wolfram den deutschen Staat scharf an: “Für mich hat sich das wie eine staatlich organisierte Entführung meines Kindes angefühlt.” Denn nur eine Stunde nach Grenzübertritt wurde Maja T.´s Auslieferung nach Ungarn vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig und damit für illegal erklärt. Seither sind mehr als zwei Jahre vergangen, die Maja T. als non-binäre Person in Isolationshaft in Budapest verbracht hat. Zwischen Bettwanzen, Kakerlaken und gewalttätigen Übergriffen durch Vollzugsbeamte wartet Maja auf das Revisionsurteil, dessen Spektrum von Frei…
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