Ep. 30: FIGHT CLUB und die Zensur in China (& anderswo)
Die Filmanaylse Es ist ein besonders kurioser Fall von Zensur: Im Jahr 2022 wird ein 23 Jahre alter Film plötzlich geändert, damit er in China gestreamt werden kann. Es ist unklar, ob das Unternehmen Tencent im vorauseilendem Gehorsam oder auf Anweisung der KP gehandelt hat, um die 90 Millionen Abonnenten zu „schützen“. Jedenfalls scheint sich der Konzern die Rechte für die Umdeutung des Kultfilms eingeholt zu haben, sonst wäre dieser Eingriff rechtlich nicht möglich. Hollywood drückt offenbar beide Augen zu. David Finchers „Fight Club“ erhält nun jedenfalls eine andere Deutung. Nicht die Bank- und Finanzgebäude werden in die Luft gesprengt, stattdessen greift die Polizei rechtzeitig ein, wie uns eine Texttafel informiert, die den Film abrupt beendet. Auf dieser Tafel ist zu lesen: „Durch den Hinweis von Tyler hat die Polizei den ganzen Plan schnell durchschaut und alle Verbrecher verhaftet, so dass die Explosion der Bombe verhindert werden konnte. Nach dem Prozess wurde Tyler in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Er wurde 2012 aus der Klinik entlassen.“ Der Fall ist weit mehr als nur eine Posse, vielmehr können wir hieran die veränderte Regierungspolitik Chinas erkennen, abe…
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