Ep. 75: Das Sündenbock-Prinzip: HALLOWEEN ENDS

Oct 16, 2022 · 19m

Die Filmanalyse „Halloween Ends“ – in dem Titel liegt ein Versprechen, das sicherlich irgendwann wieder gebrochen wird. Nun aber endet jedenfalls die neue „Halloween“-Trilogie, während im zweiten Teil „Halloween Kills“ ein wütender Mob durch die Straßen zog, um Michael Myers zu jagen. Laurie (Jamie Lee Curtis) warnte eindringlich vor der Gewalt, die sich gemeinschaftlich entlädt, weil man einen Sündenbock gefunden hat. Dieses Finale greift Regisseur David Gordon Green erst später diskursiv in „Halloween Ends“ auf. Zunächst sehen wir Michael, der zurückgezogen in der Kanalisation haust, jedoch kaum. Er wird zu einer Nebenfigur degradiert, denn er hat einen jungen Doppelgänger: Corey, der als neuer Sündenbock von Haddonfield fungiert, wird bei Michael in die Schule gehen und Schlimmes anrichten, denn er wünscht sich Vergeltung. Ist das Böse, wie Laurie aus dem Off kommentiert, tatsächlich ansteckend wie ein Virus? „Halloween Ends“ will das Trauma bewältigen und Lebenshilfe bieten, vor allem aber möchte dieser Film gleich seine Interpretation mitliefern. Warum dies ein falscher Weg ist, erklärt Wolfgang M. Schmitt in der neuen Filmanalyse. Literatur:René Girard: Das Heilige und die Ge…

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