Ep. 230: Der Film, auf den wir lange gewartet haben: WAS IST LIEBE WERT – MATERIALISTS – Kritik & Analyse
Celine Song, die bereits den wunderbaren Liebesfilm „Past Lives“ gedreht hat, erweckt nun mit „Was ist Liebe wert – Materialists“ die romantische Komödie zu neuem Leben, aber sie bedient dabei keineswegs eine 90er-Jahre-Nostalgie, sondern stellt die RomCom auf eine ökonomische Grundlage. Hier wird gerechnet, kalkuliert und taxiert. Dakota Johnson, Chris Evans und Pedro Pascal tummeln sich auf dem Heiratsmarkt, der ganz und gar vom neoklassischen Denken des rationalen Tauschs bestimmt zu sein scheint: Angebot und Nachfrage, Kosten und Nutzen – wer wird zum Ladenhüter? Johnson spielt Lucy, eine Partnervermittlerin für High-End-Kunden, die hohe Ansprüche haben – nicht zuletzt an das Gehalt, das doch bitte bei mindestens 500.000 Dollar im Jahr liegen soll. Aber auch das ästhetische Kapital ist entscheidend: Körpergröße, Jugend, volles Haar etc. Frauen und Männer begegnen sich hier einer postpatriarchalen, aber kapitalistischen Welt und taxieren unentwegt ihren Wert. Wo bleibt da die Liebe? Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse! Literatur: Albert O. Hirschman: Leidenschaften und Interessen. Politische Begründungen des Kapitalismus vor seinem Sieg. Suhrkamp. (Affiliate-Lin…
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